Therapeutischer Aspekt

Singen

Singen und besonders das Singen in der Gruppe ist seit Urzeiten in menschlichen Kulturen verankert. Lieder werden zu den verschiedensten Anlässen gesungen – aus Freude oder Trauer – und nach den jeweiligen Stimmungen eingesetzt.

Die Musik wirkt sehr direkt, weil der Hörnerv mit dem limbischen System verbunden ist. Dieser Bereich des Gehirns ist für die Verarbeitung von Emotionen zuständig. Er reguliert unter anderem die Ausschüttung von körpereigenen Glückshormonen, wie den Endorphinen. Außerdem beeinflusst das limbische System die unbewussten, überlebenswichtigen Abläufe des Körpers, wie die Regulierung von Blutdruck, Herzschlag, Atmung und Verdauung.

Wenn wir Musik hören, tritt ein sofortiger Effekt ein. Die Herzratenvariabilität (die Fähigkeit eines Organismus, die Frequenz des Herzrhythmus zu verändern) kann verbessert werden und der Atemrhythmus deutlich sinken. Besonders das Singen einfacher Lieder wie Mantras, führt zu einer Verlangsamung der Atmung. Die Folge ist eine Entspannungswirkung, die sogenannte “relaxation response”. Unser Strom von Alltagsgedanken wird unterbrochen, der sogenannte „flow“ stellt sich ein – ein Zustand des Ablösens von sonst präsenten Gedanken. Man ist im Fluss mit dem jeweiligen Moment.

Durch die beruhigende Wirkung, die einsetzt, wenn sich Herzfrequenz und Atemrhythmus senken, eignen sich Mantras besonders gut, um in Kinderyogaübungen integriert zu werden. Die Kinder können sich besser auf die Übungen konzentrieren.

 


Yoga

Das Wort Yoga kommt aus dem Sanskrit, einer altindischen Gelehrtensprache. Seine ursprüngliche Bedeutung ist ‚Joch‘ oder ‚Vereinigung‘. Hatha-Yoga ist ein Weg des Yoga, der sowohl körperliche Übungen (Asanas), Atemübungen (Pranayamas) als auch meditative Elemente verbindet. Er soll dem Menschen helfen, Körper, Geist und Seele in Balance zu bringen.

Mitte des 19. Jahrhunderts fand Yoga in seiner modernen Form, wie es auch heute in westeuropäischen Gesellschaften gelehrt wird, seine Ausprägung. An der westlichen Tradition orientierte Inder verbanden die traditionellen Lehren mit westlichen Theorien der Psychologie und Physiologie sowie spirituellen Anschauungen.

Im Gegensatz zu der hierzulande üblichen Symptombehandlung von Krankheiten, setzt Yoga auf einen ganzheitlichen Aspekt der Heilung. Man stellt sich bewusst die Frage, was das auftretende Symptom vermitteln will. Anschließend arbeitet man an der Lösung des Problems, statt das Symptom zu entfernen ohne es zu verstehen.

Therapeutische Effekte, die durch das regelmäßige Praktizieren von Yoga erzielt werden können, sind beispielsweise eine bessere Konzentrationsfähigkeit. Diese wird durch die teilweise komplexen Bewegungsabläufe und die integrierten Atemübungen begünstigt. Eine Kräftigung der Muskulatur sowie eine bessere Durchblutung und Gelenkigkeit sind weitere positive Auswirkungen, die das anhaltende Ausüben von Hatha-Yoga haben kann.

Auf Dauer stellt sich durch das Praktizieren der Yoga-Übungen und der damit verbundenen bewussten Atemtechniken ein beruhigender und ausgleichender Effekt für den gesamten Organismus ein. Aus diesem Grund ist Yoga auch für die Prävention von Krankheiten äußerst sinnvoll.

 

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